Conspiracy Theories - Überlegungen zum Anschlag in London
Der Terroranschlag in London. "Unvermeidlich", wie Englands Polizeichef Sir John im März 2004 nach den Anschlägen auf Madrid schon behauptete. Auch der Buergermeister Livingstone schloss sich dem an: "Ein Wunder, sollte London von einem Anschlag verschont bleiben." Das wolle man aber gar nicht erst zulassen, sondern "alert" bleiben.
Was also ist passiert?
Zum einen, dass der Anschlag US Präsident George W. Bush mal wieder gerade recht kam. Auch wenn generell behauptet wird, dass der Vorfall in London ihm auf lange Sicht eher schaden kann, generiert der Terror - zumindest kurzzeitig - eine Angst, die die Menschen empfänglicher für Bushs Vorgehen macht. Seine Irakpolitik wurde in letzter Zeit schließlich immer mehr kritisiert, ja sogar als großer Fehler angesehen. Und das von Stimmen, die noch vor zwei Jahren begeistert die Fahne geschwungen haben, als US-Truppen im Irak für Ruhe und Ordnung sorgen sollten. Fast täglich kommt die Frage nach dem Sinn auf, und noch vor kurzem rief Rumsfeld die frustrierte Nation, die, schockiert über 1700 tote US-Soldaten, ein Ende des Wahnsinns sehen wollte, in einer Pressekonferenz zur Geduld auf. - Eine Nation, die es nicht mehr hören konnte, wie Bush immer wieder die Toten vom 9.11. aus den Gräbern holte, um sein Handeln zu erklären. Denn inzwischen sah die Bevölkerung im 'Krieg im Irak' und dem 'Krieg gegen den Terror' zwei verschiedene Paar Schuhe. Doch auch die Geduld hat irgendwann ein Ende, denn wie Rumsfeld selbst zugab, könne es "ein dutzend Jahre dauern, bis der Aufstand bezwungen ist". Es ist klar zu sehen, dass die Unruhen in Irak unbezwingbar sind, solange sich dort US-Truppen befinden. Dieses Einsehen zeigte sich auch deutlich in den zuletzt durchgeführten "polls": die Mehrheit des Bushvolks ist inzwischen gegen die Irak-Politik und nur noch 37% (im Gegensatz zu den 65% nach der Einnahme von Bagdad im Jahre 2003) glauben noch an einen amerikanischen Sieg. Auch wurden wieder die Behauptungen lauter, dass es eigentlich keinen Grund gegeben habe, in den Irak einzumarschieren. Es hätte nie einen konkreten Beweis gegeben, dass Al Kaida aus dem Irak komme. Und die einzigen Chemiewaffen die gefunden wurden, waren diese:
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US-Verteidigungsminister Rumsfeld selbst sagte einmal: "So weit es mir bewusst ist, lagen mir keine starken, harten Beweise für eine Verbindung zwischen Saddam und Al Kaida vor."
Perfektes Timing für die US-Regierung also, dass sich der Blick nun auf London richtet und die Angst vor dem Terror weltweit wieder aufflammt. Das Bekennerschreiben der Al Kaida gibt es ja angeblich schon und der Poststempel stammt höchstwahrscheinlich aus dem Irak. Bush reagierte prompt. Er werde sich nicht von Terroristen im Ringen um "eine bessere und humanere Welt" abbringen lassen. Die blutigen Anschläge von London zeigten auch, dass "der Krieg gegen den Terrorismus weitergeht", so Bush, der nun mit großer Wahrscheinlichkeit die US-Truppen im Irak verstärken wird, anstatt sich - wie aus den eigenen Reihen gefordert - zurückzuziehen und sich zu entschuldigen. Und auch England wird mitziehen, denn ein Rückzug der Truppen, wie ihn damals Spanien nach dem Madrid-Attentat vollzog, wäre für die Welt nach dem aktuellen Anschlag unerträglich feige.
Warum London? Wegen Englands Beteiligung im Krieg? Ein Grund, aber vielleicht hat Bush auch einfach nur 'gutmeinende Freunde', denn im Geheimen und unbeobachtet, zeigt er wohl gerade dem Londoner Buergermeister den Mittelfinger - Livingstone hatte Bush Anfang Mai verbal eine gescheuert, als er ihn, in einer Debatte mit Schulkindern, "korrupt" nannte, und weiter sagte, dass er "so viel Befriedigung von einem erzwungenen Ende von Bushs Präsidentschaft" erhalten würde "wie von der Festnahme Husseins".
Wann sich der 'Krieg gegen den Terror' in einen 'Terrorkrieg' verwandelt hat, ist verschwommen, aber eins ist klar: Bush wird der Nachwelt als Terror-Präsident in Erinnerung bleiben.
"No man dies for what he knows to be true. Men die for what they want to be true, for what some terror in their hearts tells them is not true." Oscar Wilde
"Victory at all costs, victory in spite of all terror, victory however long and hard the road may be; for without victory there is no survival." Winston Churchill
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