Selbst die wachsamen Augen der US-Militärs haben sie bislang noch nicht entdeckt. Sie verstecken sich mitten unter uns. Und sie sind nur schwer zu bekämpfen. Die Terroristen des ganz normalen Alltags. Diesem Ableger sind bislang keine religiösen Hintergründe nachgewiesen worden, die Motive für die Anschläge liegen weiterhin im Dunkeln.
Sie sabotieren den Verkehr, den Arbeitsplatz, den Wochenendeinkauf und lauern eigentlich überall. Hier einige Steckbriefe der Täter:
Die Ich-habs-auch-klein-Einkäufer: Der Anschlag: es ist Samstag um 11.00 Uhr an einer Supermarktkasse irgendwo in Deutschland. Es liegen ein paar Lebensmittel und die TV-Spielfilm auf dem Band. Zu bezahlen: 19,98 Euro. Die Terroristin nestelt nervös an ihrer Handtasche herum, sie hat schon einen 20-Euro-Schein in der Hand. Nein, halt, ich hab es auch klein. Jetzt werden mit akribischer Genauigkeit die Münzen unter lautem Zählen eingesammelt. Während in der Scheintasche 15,00 Euro gesucht werden, ergießt sich der Rest des Kleingelds über den Fußboden und rollt bis zur Nachbarkasse. Der nachfolgende kollektive Suchvorgang dauert nur wenige Minuten. Schade nur, dass in der Scheintasche nur noch 10,00 Euro klein waren, es kann also doch mit dem Zwanziger bezahlt werden. Vorkommen: in jedem Geschäft zu hochfrequentierten Zeiten. Opfer: die Teilnehmer der Schlange hinter dem Terroristen. Die üblichen Schäden sind Schwächeanfälle, Herzinfarkt und Hirnschlag der Opfer nach Ansteigen des Blutdrucks auf 260 zu 150. Bekämpfung: in größeren Geschäften begrenzte Ausweichmöglichkeit auf andere Kassen. Oft wirkungslos, da diese Terroristen meistens in Gruppen auftreten und ein ganzes Geschäft lahm legen.
Der Die-linke-Spur-ist-meine-Autofahrer: Der Anschlag 1: A4 gegen 17.00 Uhr, der Heinsberger BMW rollt mit 130 KM/h auf das Kerpener Kreuz zu. Die vielfach freie, rechte Spur zwischen vereinzelten LKWs wird konsequent ignoriert. Gleich kommt eine Baustelle. Geschwindigkeitsbegrenzung erst 100 und dann 80 KM/h. Ohne irgendein Hindernis wird jetzt eine Vollbremsung bis auf 60 KM/h eingeleitet. Auch jetzt wird peinlich genau darauf geachtet, dass die linke Spur zu keiner Zeit verlassen wird. Der Anschlag 2: eine Autobahnbaustelle mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 KM/h. Der Terrorist bewegt sich in einem Smart auf der linken Spur mit genau 80 KM/h auf einen LKW-Konvoi zu. Der Konvoi ist erreicht, der Terrorist setzt sich kurz hinter dem letzten LKW fest und durchquert auch den Rest der Baustelle auf der linken Seite mit ca. 65 KM/h. Der Anschlag 3: eine Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung morgens um 7.00 Uhr. Eine größere Menge LKW teilt sich die rechte Spur mit ca. 90 KM/h. Der Terrorist »überholt« auf der linken Spur mit ca. 92 KM/h. Als eine Viertelstunde später der letzte LKW überholt ist, befindet sich vorab eine freie Fahrbahn bis zum Horizont. Jetzt wechselt der Terrorist auf die rechte Spur und gibt Vollgas. Meistens gut motorisiert erreicht er jetzt Geschwindigkeiten von über 200 KM/h. Versuchen andere trotzdem zu überholen, wechselt der Terrorist ohne Betätigung des Blinkers schnell wieder nach links. Vorkommen: jede Strasse oder Autobahn mit 4 Spuren und mehr. Derlei Anschläge auf zweispurigen Strassen führen oft zur Beseitigung des Terroristen unter Beteiligung weiterer Opfer. Opfer: jeder friedliebende Nutzer der betreffenden Strecke. Bei Fall 1 handelt es sich um einen Selbstmordanschlag, da wird der Terrorist vermutlich einen eigenen Schaden erleiden. In Fall zwei und drei ist es wahrscheinlicher, dass nur nachfolgende Fahrzeuge untereinander Schäden verursachen. In allen drei Fällen ist mit erheblichen Sachschäden bis hin zu Personenschäden zu rechnen; insbesondere wenn versucht wird den Terrorist zu bekämpfen. Bekämpfung: mit legalen Mitteln unmöglich! Das Aufeinandertreffen mit anderen Terroristen der Kategorie »Geh-meinem-BMW-aus-dem-Weg-oder-ich-ramm-dich-in-den-Boden« endet für zufällige Passanten oft tödlich. Die harmlosere Variante des Rechtsüberholens wird durch den Terroristen in der Regel mit Vollgas quittiert und je nach Motorisierung wird er seinen Anschlag auf den freien Verkehr anschließend fortsetzen. Auch die Ordnungsmacht bestraft eher den Rechtsüberholer als den Terroristen bei Entdeckung.
Der Toilettenüberschwemmer: Der Anschlag: Tatort ist eine Toilette mit 10 freien Stehpissoirs und zwei Sitztoiletten. Der Terrorist kommt herein, entert die Sitztoilette und man kann deutlich hören, dass er sich auch gleich mitten in den Raum hätte stellen können um seine Last loszuwerden. Es wäre die gleiche Menge in der Toilette gelandet. Vorkommen: diese Form des Terrorismus ist überwiegend maskulinen Terroristen vorbehalten. Die Täter finden sich in Gaststätten, Firmen, oder jeder anderen öffentlichen Toilette. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die wissentliche Ignoranz der Stehpissoirs auf traumatischen Erinnerungen in der Kindheit des Terroristen basieren. Opfer: die späteren Nutzer (mit größeren Problemen) der Toilette. Bekämpfung: nicht möglich. Es können höchstens die Auswirkungen gemildert werden. -Atemschutz und Gummistiefel.
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