Am 11. September 2001 glaubten ein paar Idioten, Menschen umbringen zu müssen. Sie taten es auf eine Art und Weise, die die Regisseure Spielberg und Cameron nicht besser hätten inszenieren können. Verdammt viele Menschen kamen ums Leben. – Das ist sehr traurig und erschreckend! Die deutschen Politiker bekundeten ihre - uneingeschränkte - Solidarität, wobei sie peinlich darauf Bedacht waren, das Wort „Krieg“ nicht in den Mund zu nehmen (im Gegensatz zu Bush und Blair). – Auch das ist traurig und erschreckend! Es wurden Schweige- und Gedenkminuten angeordnet, was wiederum dumm und dreist war, schließlich habe ich schon das sechste Lebensjahr vollendet und man muss mir nicht sagen, wann und warum ich trauern soll. Auch das Fernsehen konnte nicht aufhören, uns unaufhörlich einzuhämmern, wie schrecklich dieses Attentat doch sei und wie betroffen wir alle wären. Doch diese ganzen Reaktionen, die nicht selten seltsam verkrampft und aufgesetzt wirkten, sind verständlich, ja menschlich. - Wer hat auch schon eine solche Situation einmal erlebt? Da ist es ganz natürlich, dass sich echtes Entsetzen und echte Trauer mit Sensationslust, einem peinlich berührt sein und der Hoffnung auf das eigene politisch korrekte Verhalten vermischt. Weniger natürlich, ja schon pervers, war das Verhalten der BILD, die - wer hätte es auch anders erwartet - das Leiden der Menschen zum eigenen Vorteil ausschlachtete. Besonders hervorgetan hat sich in diesem Zusammenhang der BILD-Schreiber Franz Josef Wagner, von dem der Leser schon vieles unschönes lesen musste. Wagner besaß die Dreistigkeit, am14. September, auf der (kompletten!) Rückseite der BILD, eingebunden in ein Foto des World Trade Centers bei Nacht, sein „Requiem für New York“ zu veröffentlichen. – Ein schlechtes, schmieriges und anbiederndes Gebrabbel in dem er um New York trauert, nicht um die Menschen die in dieser Stadt lebten. Ich möchte Wagners Text hier nun ungekürzt wiedergeben, um anschließend zum finalen Gegenschlag auszuholen. Übrigens, bevor die LeserInnen sich gleich Wagners Text aussetzen, möchte ich noch anmerken, dass New York noch steht, habe es überprüft!
„Requiem für New York
Von Franz Josef Wagner
New York, man kann dich in drei Elemente unterteilen. Zuerst das Wasser, denn du bist eine Insel im Fluss. Dann das Licht, am Tag wie in der Nacht. Tagsüber reflektieren deine himmelhohen gläsernen Häuser die Sonne, als gäbe es sie Millionen Mal. Nachts flimmerst du wie Millionen Glühwürmchen. Aber dein drittes und schönstes Element ist die Sehnsucht. Du bist die Sehnsuchtsstadt unseres Orbits. Wer sich zu dir retten konnte, war gerettet. Und nun müsst ihr euch selber retten. Gestern Nacht hörte ich Frank Sinatras „New York, New York“, weil ich die Fernsehbilder nicht mehr ertrug. Es gibt die Legende von Sinatras „Blue Eyes“. Sie geht so: Frankie-Boy ist in Haboken geboren und hat als Junge jeden Abend hinüber auf Manhattan geguckt. Dadurch haben sich seine Augen blau gefärbt. New York, du bist ein Mythos. Mein Urgroßvater ist als Bettelmann 1890 zu dir gekommen. Madonna ist als Bettelfrau zu dir gekommen. Du hast jedem seine Chance gegeben. Du bist die großherzigste Stadt der Welt, in der die furchtbarsten Dinge geschehen. Heute bist du eine ermordete Stadt. Aber wir werden dich aufbauen.“
Requiem für Franz Josef Wagner
Von Heiner Hänsel
Wagner, man kann dich in drei Elemente unterteilen. Zuerst den Schleim, denn du schleimst so dreist wie es kein anderer kann. Dann dein erloschenes geistiges Licht, am Tag wie in der Nacht. Tagsüber bist du zu nichts sinnvollem im Stande, selbst wenn es dich Millionen Mal gäbe. Nachts torkelst du durch die Straßen wie ein besoffenes Glühwürmchen. Aber dein drittes und schönstes Element ist der Schwachsinn. Dafür bist du das beste Beispiel unseres Orbits. Wer sich vor dir retten konnte, war gerettet. Und nun musst du dich selbst retten. Gestern Nacht hörte ich mir sogar den Musikantenstadel an, weil ich die BILD nicht mehr ertrug. Es gibt die Legende von einem, der ziemlich blaue Augen bekommen hatte, weil er ziemlich großen Scheiß über Manhattan schrieb. Danach hatte man seine Augen blau „gefärbt“. Wagner du bist mit Sicherheit kein Mythos. Mein Urgroßvater wäre nie zu dir gekommen. Madonna ist auch nicht zu dir gekommen. Eigentlich will keiner zu dir kommen. Sie alle wollen dir keine Chance geben. Du bist das verwirrteste Hirn der Welt, in dem die furchtbarsten Dinge geschehen. Heute bist du ein Ermordeter. Aber das macht nichts. Denk mal drüber nach. Ja, dies war mein ganz persönliche Requiem für Franz Josef Wagner . Zum Abschluss möchte ich noch einen kleinen Gruß an unseren Verteidigungsminister loswerden: Schwein gehabt Rudi, was!
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