Es gibt Ereignisse die können nicht geschehen, ja, die dürfen nicht geschehen. Sie sind unmöglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie eintreffen liegt bei eins zu unendlich. Aber manchmal geschehen sie halt doch. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass Gott ein gehässiger Kerl ist , der ab und zu beschließt einem mal so richtig eins auszuwischen, oder ob er einfach einen sehr sehr seltsamen und grausamen Humor hat. Was ich nun berichte und mich zutiefst erschüttert hat liegt keine 24 Stunden zurück. Ich bin jetzt noch in einer tiefen Depression gefangen und konnte mich in der vergangenen Nacht nur mühsam gegen den Gedanken an Freitod wehren.
Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass, zum besseren Verständnis dieses Textes, der Leser doch bitte, bevor er hier weiter liest, meinen Beitrag "Die Krönung des Schwachsinns" studieren möchte. – Ist absolut wichtig! Bitte lesen Sie hier nicht weiter, bevor Sie nicht "Die Krönung des Schwachsinns" studiert haben. Der Beitrag gibt Aufschluss darüber, wem ich nie begegnen möchte, wen ich für eine Geißel der Menschheit halte und wen ich abgrundtief verabscheue.
Haben Sie den Beitrag gelesen? – Gut. Nun will ich berichten, was geschah, welches unvorstellbare Schicksal ich erleiden musste.
Am gestrigen Abend war Kinoabend. - So hatte ich es mit der Dame meiner Wahl beschlossen. Zwei Filme hatten wir ins Auge gefasst, zwischen denen wir uns entscheiden wollten: "Bowling for Columbine" und "Good bye Lenin". Im Kinocenter angekommen, stellten wir fest, dass in einem der Kinos auch eine so genannte "Sneak Preview" geboten wurde. Für all die Leser, die mit so neumodischen Begriffen nichts anzufangen wissen und das Kino noch aus Stummfilmtagen kennen sei hier erklärt, dass es sich dabei um eine Art Überraschungsfilm handelt. – Es wird ein Film gezeigt, der offiziell noch nicht angelaufen ist und von dem man vorher nicht weiß, dass man ihn sehen wird. Ich habe es in meinem langen, ereignisreichen Leben bisher vermieden "Sneaks" zu besuchen. Manche mögen mich deswegen für einen Langweiler halten, aber ich suche mir halt gerne die Filme aus, für die ich bereit bin Geld auszugeben (übrigens, wenn Sie bis jetzt noch nicht "Die Krönung des Schwachsinns" gelesen haben, sollten Sie es schleunigst tun, noch ist es nicht zu spät). Aus irgend einem unerfindlichen Grund war mir gestern Abend danach, etwas "total irres", "total abgefahrenes" und "mutiges" zu machen. So teilte ich es der Dame meiner Wahl mit und schlug ihr vor, die "Sneak" zu besuchen. Sie war skeptisch. "Nee Heiner, lass mal. Am Ende zeigen die so einen blöden Kriegsfilm oder - noch schlimmer - einen Film mit Katja Riemann und dann bist du wieder monatelang so komisch." Ich muss dazu sagen, dass ich mich einmal von der Dame meiner Wahl habe überreden lassen, den Film "Die Apothekerin" mit Katja Riemann anzuschauen. Seit diesem Kinobesuch darf sie KEINE Filme mehr aussuchen. Das habe ich ganz "partnerschaftlich" mit ihr "vereinbart". Doch ich ließ mich nicht von meinem waghalsigen Vorhaben abbringen. Außerdem war der Eintritt für die "Sneek" mit Euro 3,50 recht moderat und so kauften wir die Karten (spätestens jetzt sollten Sie "Die Krönung des Schwachsinns" lesen, falls noch nicht getan, sonst ist es wirklich zu spät). Da saßen wir nun, im schwach erleuchteten Kinosaal und warteten auf den Überraschungsfilm. Ich war gespannt. Welches cineastische Meisterwerk würde ich genießen dürfen? Das Licht ging aus, der Vorhang wurde zur Seite gezogen und gab die Leinwand frei. Der Film begann. Scheiße. Auf der Leinwand war irgend etwas von "Filmförderung", Studio München" und so weiter zu lesen. Ein schwaches Aufstöhnen im Publikum. Kein Schwarzenegger, Stallone oder Willis. Schade aber noch harmlos. Doch dann wurde der Titel des Films eingeblendet und ich erstarrte zur Salzsäule. Es war wie ein Schlag mit der Faust in mein Gesicht. Es gibt tausende, ach was erzähle ich, abertausende und Millionen, wenn nicht Milliarden von Kinofilmen. - Besonders der deutsche Film hat gern gesehene Meisterwerke wie "Die Apothekerin" oder "Die Mädels vom Immenhof" hervorgebracht. All diese Oscarverdächtigen Filme hätte ich liebend gerne und mit Freude in diesem Moment gesehen. Ich hätte alles dafür gegeben. Stellen Sie sich vor, unter Trilliarden von Kinofilmen, gäbe es wirklich nur EINEN EINZIGEN, den Sie auf KEINEN FALL sehen wollten. Wie groß wäre die Wahrscheinlichkeit, ihn AUS VERSEHEN doch zu sehen? Gott im Himmel, was habe ich getan? Ich war vorher NOCH NIE in einer "Sneak Preview"! Womit habe ich das verdient?
Auf der Leinwand stand in großen Lettern der Titel des Films: "S O L O A L B U M" – Nach dem gleichnamigen Roman von BENJAMIN VON STUCKRAD BARRE.
Nein, das konnte nicht sein! Das war unmöglich! Ich schrie durchs Kino: "Nein, nein, ich will sofort hier weg, lasst mich raus!" Doch die Dame meiner Wahl hielt mich fest und stellte grinsend fest: "Jedem den Film den er verdient." Kennt irgendjemand einen guten Therapeuten?
Anmerkung: Ich muss zugeben, der Film war wirklich witzig. Da sieht man doch mal wieder, was ein sehr guter Drehbuchautor, ein super Regisseur und erstklassige Schauspieler aus 243 Seiten Schund alles machen können…
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