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Der Papst und die Welt

Die Welt trauert nun endlich um die rund 20.000 Menschen, die täglich weltweit an den Folgen von Armut sterben.

Der sterbende Papst hatte dazu aufgerufen, um die unzähligen Toten der Armut zu trauern. Die Welt folgte seinem Ruf. Bei strahlendem Sonnenschein strömten die Menschen auf den Petersplatz. Schon in der Nacht von Freitag auf Samstag war es zu bewegenden Szenen gekommen: 60.000 Menschen hatten sich auf den hell erleuchteten Platz versammelt. Viele beteten den Rosenkranz, andere hielten Kerzen in den Händen, um der vielen Tausend Toten, die täglich an Hunger und Krankheit sterben, zu gedenken. Zu der Zeremonie in der Lateranbasilika waren auch der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi und Ministerpräsident Silvio Berlusconi gekommen, und sagten, es könne nicht weiter angehen, dass internationale Konzerne Milliardengewinne scheffeln, während es so viel Elend auf der Welt gebe - und kaltherzig von diesem Elend zu profitieren.

In Europa hielten Tausende in den Kirchen Nachtwache für das an AIDS sterbende Afrika und ausgebeutete Asien. Auch die Münchner Frauenkirche und der Kölner Dom waren für Gebete geöffnet. In den USA fanden sich unzählige Gläubige zum Gebet zusammen. In größeren Kirchen und Kathedralen von der Ost- bis zur Westküste fanden Gottesdienste für die Opfer der Globalisierung statt. Auch US-Präsident George W. Bush und First Lady Laura Bush beteten für die vielen Menschen, deren Tod sie täglich mitverantworten.
Wie bekannt, verschlechtert sich der Zustand der Elendsgegenden auf diesem Planeten von Jahr zu Jahr, ohne dass es eine Sau juckt. Nun bat der Papst die Welt, seinem eigenen Tod nahe, mit ihrer Heuchelei aufzuhören und der Toten zu gedenken, die Staats- und Wirtschaftschefs weltweit auf dem Gewissen haben. Mr. George W. Bush bat er im Speziellen, einfach nur die Klappe zu halten.

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