Einreisebedingungen in die USA...
Einreisebedingungen in die USA werden ab 4. Oktober verschärft
Die Kunst der Arbeitsbeschaffung und Paranoia bei amerikanischen Behörden sucht ihresgleichen. Nun sollen ab dem 4. Oktober 2005 Fluggäste, die in die USA reisen, VOR dem Abflug ihre Reisedaten auf einem Formular (siehe www.drv.de ) zusammenstellen und dieses beim Einchecken abgeben. Die Fluggesellschaften müssen dann bis 15 Minuten NACH Abflug diese Daten an die US-Behörde vermitteln. Es ist ja nicht so, dass Reisende mit einer unwürdigeren Staatsbürgerschaft als der Amerikanischen dies nicht sowieso schon machen müssen. Gibt es doch schließlich bereits den Visa Waiver in grün und die Customs Declaration in weiß, auf denen unter anderem genau die gleichen Fragen nach dem Wohnort des ersten (!) Besuchertages gestellt werden. Sieht man sich dieses neue Formular an, fehlt darauf doch einiges, das auf dem grünen Einreisepapier die gesamte Rückseite einnimmt, nämlich die Fragen, ob man ein Nazi, ein Terrorist oder ein Krimineller sei, was von denen, die sich angesprochen fühlen, natürlich wahrheitsgemäß beantwortet wird. Warum also nicht schon vorab diese kriminellen und unheimlich dämlichen Energien aussortieren?
Dazu kommt noch die Biometrik: der Retinascan mit unabsehbaren Langzeitfolgen für die Augen und die Fingerprintprozedur. Eventuell führt die USA in naher Zukunft noch den Abdruck des verlängerten Rückens ein, wenn bekannt wird, dass die Faltenführung des Schließmuskels bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Dann können die Angestellten des INS endlich das öffentlich aussprechen, was sie seit Amtsantritt sowieso schon denken, und zwar dass sie es den ganzen Tag nur mit ausländischen Arschlöchern zu tun haben.
Nun muss die US-Behörde entweder zum Unabhängigkeitstag ein neues Call-Center geschenkt bekommen haben oder über eine Reihe wahnsinnig fleißiger Azubis verfügen, denn pro Jahr reisen in die USA über 20,3 Millionen internationaler Besucher ein (source: http://tinet.ita.doc.gov/view/f-2004-07-001/index.html ), das sind am Tag circa 55.600 Reisende, die bis zum Flugende oder spätestens bis Ende des ersten Aufenthaltstages überprüft werden müssen. Da frage ich mich natürlich, warum bei dem beispiellosen Arbeitstempo der US-Beamten die Ausstellung meiner Greencard 1 Jahr gedauert hat, werden doch jährlich nur vergleichsweise lächerliche 140.000 dieser begehrenswerten Aufenthaltsgenehmigungen ausgegeben.
Und selbst wenn sich genug Dumme - wahrscheinlich die 2 Mio. Insassen der landeseigenen Gefängnisse - für diese Art von Arbeit finden; was passiert, wenn sich 45 Minuten vor der Landung auf dem heiligen Boden der Unites States herausstellt, dass Walter F. aus Bamberg bei seinem letzten Besuch in Phoenix, Arizona einen Hotelbleistift hat mitgehen lassen? Macht der Kapitän eine Durchsage, man solle sich gut an seiner Sauerstoffmaske festhalten, er müsse mal kurz die Luke für 37A aufmachen? Oder wird Walter F. nach der Ankunft von der örtlichen Polizei festgenommen und als Zellengenosse zu dem Früchtchen gesteckt, das ihn angeschwärzt hat. Und selbst wenn Walter F. unbeschadet durch die Passkontrolle und den Zoll kommt, weil der Knastbruder, der für F aus Deutschland zuständig ist, gerade Mittagspause macht, erwischt es ihn ja spätestens in seinem Hotel, dessen Adresse er angeben musste. Wer überprüft die Richtigkeit dieser Angaben? Müssen US-Hotels Anfang Oktober ein rotes Telefon für ihre Einreisebehörde einrichten, weil Tausende von amerikanischen Hausfrauen sich mit ihrer Lieblingsbeschäftigung etwas dazuverdienen und 587 Mal am Tag fragen, ob Ali Kollomullo schon eingecheckt hat?
Dabei gibt es doch eine viel einfachere Möglichkeit, die etwa genauso viel Würde hat und die die Geschichte bereits vorgibt: die Einreisenden auf Besucherschleusen wie z.B. Ellis Island zwischenlagern, bis deren Glaubwürdigkeit bewiesen ist. Wer nicht die Zeit hat, wochenlang Inselvolk zu spielen, dem sollte wenigstens zugestanden werden, ein Jahr im voraus seine Einreiseabsichten schriftlich, mit Angaben von 11 Leumundszeugen und mit Anlage der letzten drei Gehaltszahlungen sowie einem Bündel guter europäischer Währung, kundzutun.