Die Perfekte Vagina - der Schnitt im Schritt
Ich wurde vor kurzem auf diesen Artikel aufmerksam gemacht: "Die Perfekte Vagina"
Da haben deutsche Chirurgen wieder eine Marktlücke entdeckt!
Ich gebe zu, dass der Begriff Marktlücke speziell für dieses Thema äußerst unglücklich gewählt ist. Jedem Marktweib ihre Marktlücke, könnte man meinen, aber normalerweise ist die weibliche Vagina für den Massenmarkt nicht gedacht. Jedenfalls nicht im vertikalen Gewerbe.
Es gibt aber anscheinend Frauen, die sich freiwillig im Souterrain stutzen lassen.
"Sonst geht's denen aber noch gut?" werden Sie sich fragen und die Antwort lautet "DAS ist das Problem!". Denen geht es zu gut!
Bei jeder handelsüblichen Durchschnittsfrau finden sich auf dem Weg nach unten meistens ganz andere Baustellen. Da geht es mir nichts anders.
Das fängt schon bei den Ohren an. Manche behaupten, ich empfange mit meinen Hörmuscheln Satellitenprogramm und wenn der Wind stark genug ist, kann ich beim Fahrradfahren abheben, auch ohne E.T. im Korb. Seit 'Herr der Ringe' - speziell Elfenweib Arwen - finden das aber viele Männer niedlich. Das sind jedoch echte Fans, die wahrscheinlich auch mit einer Frau ausgehen würden, die wie Gollum aussieht.
Ein weiteres Hindernis ist die Brust, obwohl 'Hindernis' gerade hier eine große Übertreibung ist. Meistens rutscht der Blick in dieser Region ohne Halt nach unten und man(n) hat ein unangenehmes Gefühl des Verlustes, das Tornadoopfer als 'Hier war doch mal was'-Gedanken erkennen würden.
Wenn ich mit einem Partner zusammen bin, lasse ich beim Sex daher immer das Licht an. Um ihn nicht zu verwirren. Wenn ein Mann meine Brust streichelt und bei den Warzen innehält, mit den Worten "Sind das Muttermale auf deinem Rücken?", kann schnell der Moment zerstört werden. Oder die Visage meines Gegenüber, je nachdem.
Einmal war ich im Hertie (jetzt Karstadt) und habe diese Push-Up BHs gesehen. Prima, dachte ich mir, die probiere ich mal aus. Ich nahm also eines der Teile in gewagtem Orange mit. Und siehe da: der Spiegel der Umkleidekabine bewies mir, dass mit Hilfe dieser Stoffrüstung tatsächlich auch bei mir der Spalt entstehen kann, in den Männer so gerne ihr Bestes Gut stecken.
Ihre Geldscheine!
"Ist gekauft!", jubelte ich meinem Spiegelbild zu und wechselte meine orangene Brust von Frontal- in Seitenansicht.
Wissen Sie, was ich sah?
Abgrenzungshütchen von der A5. Natürlich nicht in Originalgrosse, das wäre ja noch in Ordnung gewesen. Nein! Es erinnerte mich von den Ausmaßen eher an eine Spielfigur eines Brettspiels aus meiner Kindheit: 'Fang den Hut'. So scheiterte auch Projekt Wonderbra; und dass ich wirklich 30 Tuben Silikon zum Abdichten meiner Badezimmerfliesen brauchte, das wollte mir der Baumarktleiter nicht abnehmen.
Auch Bauch-Beine-Po sind nicht immer medientauglich.
Wer sich dafür unter das Messer legt, hat mein vollstes Verständnis. Diese Körperteile sind den Blicken fast ungeschützt ausgesetzt, aber welche Frau hält schon täglich im Büro ihre Vagina ins Gesicht ihrer Mitmenschen? OK, außer im Oval Office des US-Präsidenten?
Die Presse schreibt "Die Schamlippen sind zu groß, reiben an der Hose oder stören beim
Radfahren - Viele Frauen kennen das Problem."
Viele Frauen kennen das Problem. Nun scheint das Genannte ja wirklich das Schlimmste zu sein, was sich die Revolverblattreporterin vorstellen kann. Anscheinend sind das nicht ihre eigenen Lippenbekenntnisse, die sie da beschreibt. Nennen wir das Kind doch beim Namen, damit sich die Leser wirklich ein BILD machen können.
Klar, wir Frauen kennen das Problem! Und noch viel mehr! Es stört zum Beispiel auch beim Bodenwischen, wenn man sich versehentlich draufkniet. Stringtangas? Mit der beschriebenen Physiognomie des weiblichen Geschlechtes ein Ding der Unmöglichkeit. Kennen Sie die Slipeinlagen mit Flügeln? Genau so sieht das aus!
Fragen sie einen Gynäkologen ihrer Wahl, wie oft es vorkommt, dass Patientinnen ihre Schamlippen im Klodeckel einklemmen. Auch Klappstühle sind nicht zu unterschätzen. Von Intimschmuck sollte man lieber gleich die Finger lassen; die Gefahr, beim Spazierengehen im Gullydeckel hängenzubleiben, ist einfach zu groß.
Doch bringen diese Hautlappen nicht nur Schmerzen, sondern auch unsäglich peinliche Momente mit sich. So erlebt, wenn wir nackt am FFK Strand stehen, die Brise frischt auf und unser Strandnachbar sagt zu seiner Frau: "Hilde, gleich kommt ein Schiff! Hörst Du auch das Flattern der Segel im Wind?"
Da möchte man am liebsten zusammenpacken, das Handtuch und die Schamlippen einrollen und sich auf der Toilette einschließen. Aber Vorsicht mit dem Klodeckel!
Wenn wir also schon anfangen, an unseren Semi-Innereien herumzuschnippeln, sollte man da auch nicht aufhören. "Außen hui und innen pfui", nannte meine Oma die Moderne in weiser Voraussicht.
Ich leide beispielsweise an schwerer Depression wegen meiner wirklich hässlichen Leber. Deswegen gibt es von mir auch nur ganz wenige Röntgenbilder im Familienalbum.
Ich hätte dieses Organ daher lieber ein bisschen kleiner und in Form der Insel Sylt oder Elvis im Profil.
Angebote seriöser Chirurgen nehme ich gerne entgegen.
(Besten Dank an Lars W. für die Herausforderung)
"Es gibteChirurgen, denen es gelingt mit dreirgefährlichen Operationennden Zustand vonsvor der ersten wieder herzustellen." Dr. med. Kurt Pfeifer, Pathologe