Sponsoren zur Fußballweltmeisterschaft 2006
'Fußball, Bier und Weiber' sind die üblichen Interessen des gemeinen Fußballpöbels. Selbst Rod Stewart hatte sich irgendwann mal zu folgender Aussage berufen gefühlt: "In meinem Leben spielen drei Dinge ein wichtige Rolle: Fußball, Bier und Frauen. Und zwar genau in dieser Reihenfolge!" Zeigt dieses Zitat auch einen gewissen Humor des Herrn Stewart (Rock-Opa), wissen wir doch heute, dass dieser ältere Herr vermutlich trockener Alkoholiker ist und unter 'Schweinkram' ein heruntergefallenes Marmeladenbrötchen versteht. Bleibt der gute alte Fußball. Hier kann jede Altersklasse mitreden. Hier jubelt die Ober- mit der Unterschicht.
Hat man als männlicher Hartz IV-Empfänger keine Lieblingsmannschaft in der Fußballbundesliga, weiß der Personalchef doch gar nicht, was er im Vorstellungsgespräch fragen soll. Wenn sie dann auch nicht 'gedient' haben, können sie gleich einpacken. Small Talk, ade!
Jetzt ist die heile Fußballwelt durch einen Schiedsrichter-Skandal in sich zusammengebrochen. Der junge Herr Hoyzer hat ein paar Spiele manipuliert und haufenweise Geld ergaunert. Der Hamburger SV hätte ohne diese Pfeife den DFB-Pokal gewonnen, die Meisterschaft schon in der Tasche und die Weltherrschaft erreicht, redet sich zumindest der Vorstandsvorsitzende des HSV ein.
Endlich hat "Fußball-Deutschland" (Felix Magath) einen Tritt in den Arsch bekommen. Ein rechtsextremer Sonnenkönig an der Spitze des DFB reichte bis jetzt nicht aus um etwas zu bewegen. Hat sich Herr Meyer-Vorfelder, DFB-Führer, durch zahlreiche Aussagen eigentlich schon ins aktive oder passive Abseits manövriert, bleibt er weiterhin mit einer seiner dicken Arschbacken am Thron kleben. Hier zwei Beispiele seiner unsinnigen Ansichten:
"Was wird aus der Bundesliga, wenn die Blonden über die Alpen ziehen und stattdessen die Polen, diese Furtoks und Lesniaks, spielen?" (MV, 1989)
"Hätten wir 1918 die deutschen Kolonien nicht verloren, hätten wir heute in der Nationalmannschaft wahrscheinlich auch nur Spieler aus Deutsch-Südwest." (MV, 1998)
Fußball als Vorbild für eine ganze Nation? Die Weltmeisterschaft 2006 soll das Land wirtschaftlich, sportlich und moralisch wieder in eine Spitzenposition bringen. Deswegen ist es unter anderem wichtig, dass wir deutsches Bier trinken, während wir dem müden 'Gekicke' zugucken. Gott sei dank hat der US-Braukonzern und FIFA-Partner Anheuser-Busch der Bitburger Brauerei das Recht eingeräumt, ihre Produkte in allen WM-Stadien zu verkaufen.
'Deutsches Bier für deutsche Stadiums', hätte ein Wahlspruch der nationalen Deppen von NPD und DVU werden können, war aber nur ein kurzweiliger Skandal um die Fußballfans bei Laune zu halten.
Im Gegenzug darf Anheuser-Busch in allen WM-Stadien mit der Marke Bud auf den Banden werben. Auch andere Marken greifen in die Trickkiste um sich durch gezieltes Sponsoring in Szene zu setzen. Die Werbeleute von MasterCard verbinden ihre Plastikkarte schon seit eh und je mit dem internationalen Fußballgeschehen und haben selbst FIFA-Präsident Joseph Blatter zum lebenden Werbeslogan werden lassen:
"Als zuverlässiger Partner seit mehr als zehn Jahren für die FIFA und die FIFA Weltmeisterschaft ist MasterCard schlicht unbezahlbar." (Blatter, 2003)
Auf ihrer Internetseite verkündet MasterCard dann noch ein paar tolle Statements zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Folgender Spruch ist aber nicht aus der Trickkiste, eher aus einer alten Holzkiste, ja möglicherweise einem Sarg für alte Werbeschlagzeilen:
'Das Fußball spielende Deutschland ist begeistert: Football's coming home!'
Wie so ziemlich jeder weiß, ist der Fußball schon im Jahre 1996 nach Hause (England) gekommen. Offensichtlich hat sich der Fußball nach der damaligen Europameisterschaft wieder von den Engländern abgewendet, da eigentlich deutscher Staatsbürger. Von deutschen Sitten und Gebräuchen irgendwie die Schnauze voll (Wer will es ihm übel nehmen?) ist er über Frankreich, die Niederlande und Südkorea nach Portugal ausgewandert? Nee, stimmt natürlich nicht, denn Fußball ist international und so kann MasterCard diesen Slogan alle 2 Jahre verwenden.
Aber egal, Fußball kommt zurück zu Mutti, und wir feiern ein fröhliches Fest. In überschwänglicher Höflichkeit rufen wir, 'Welcome back, alte Lederpille!' und besinnen uns auf unsere Stärken, d.h. wir bauen Bockmist! In diesem Falle ein geldgieriger Schiedsrichter, der zurzeit geteert und gefedert durch die Medienlandschaft getragen wird. Zahlreiche Werbepartner und Wettbüros zeigen sich entrüstet! Auf der einen Seite ist die Markenmacht der Unternehmen und auf der anderen Seite die Ausnutzung von Spielsüchtigen gefährdet.
Dass es sich hier allerdings nur um einen Pseudo-Skandal handelt, zeigen die drei Werbeanzeigen, die ich unter Einsatz meines Lebens und meines Körpers von einer älteren Vorzimmerdame aus der MasterCard-Zentrale übermittelt bekam. Die meisten Unternehmen verstehen nämlich etwas von Machtausübung und Manipulation, so dass sie die Schiedsrichter schon vor einiger Zeit als Werbeträger verpflichteten. Jetzt ist es raus!