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"I'm from Hamburg. Kenn you Hamburg?"

Hansestadt Hamburg. Weltoffen, tolerant und trotzdem die richtige Stadt für ein paar dreckige Phantasien. Jahrelang war ein schönes Leben möglich. Schwule, Reiche, Junge, Alte, Linke und Rechte, alle hatten sich eingelebt. Die Stadt ist ja auch groß genug. Mit der Zeit hatten sich die Fronten aufgeweicht. Jeder ging seinen Weg.

Die Langeweile war mitunter so groß, dass sich die rivalisierenden Gruppen eigene Fußballvereine aufbauten. Anstatt Häuser zu besetzen ging man ans »Millerntor«. Anstatt »Linke kloppen« traf man sich zum samstäglichen Gelage in blau-weiß. Was für die einen, der Spaziergang an der Alster, war für die anderen, der Fick auf St. Pauli. Innere Ausgeglichenheit regierte den Alltag.

Der einzige der keinen Spaß hatte war »Richter Gnadenlos«. Er hatte sich zwar schon für eine politische Richtung entschieden, aber was für Strafen er auch verhängen konnte, das »asoziale Saupack« ist doch immer wieder ausgebüchst. Er war sich schnell bewusst, dass eine Einzelperson hier wenig ausrichten kann. Was konnte er tun, sollte er tun?

Die Gründung einer Sekte hielt er für aufwendig, außerdem nervten ihn die »Wachturm und Hinz&Kunzt- Verkäufer« schon lange. Ein APPD- Parteiplakat ("Arbeit ist Scheiße!") zur anstehenden Senatswahl brachte ihn auf die zündende Idee: Der Stadt fehlt eine rechte Partei, ohne Angst vor bundespolitischen Einschränkungen. Gesagt getan!

Mitten in der Parteigründungsphase kam Ronald Schill jedoch mächtig unter Zeitdruck und so musste er schnell ein Parteiprogramm nebst Parteiführung aufstellen. Eine Radiomoderatorin wurde Pressesprecherin. Ein langjähriger Sportvereinvorsitzender wurde über Nacht Experte in Sachen Sport und Kultur (in dieser Reihenfolge). Das Parteiprogramm: Sicherheit.

Obwohl, oder gerade weil sich Ronald Schill auf das Thema Sicherheit beschränkt hatte, wählten ihn knapp 20 Prozent. Herzlichen Glückwunsch. Damit war der Weg frei für Schill:

Koksen auf Sylt.
Räumung des Bauwagenplatzes Bambule.
Skandalrede im Bundestag.
Geschlossene Heime für straffällige Jugendliche.
Kürzungen im Kulturetat.
Moskauer Nervengassympathie.


Es gibt eine lange Liste von Gerüchten und noch schlimmeren Tatsachen über die Person Schill und seine Partei…die Partei Rächts…Na, sag schon…egal! Schill-Partei.

Eine Person. Eine Partei. Ein Thema.

In meinem Herzen hat sich Herr Schill jedoch ein Platz verdient. Warum? (3 Gründe)

1.
Das ganze, sogenannte "Gesindel", wie Obdachlose und Drogensüchtige, kurz: die "Hamburg'sche Achse des Bösen" wird am Hamburger Hbf. mit klassischer Musik berieselt. Eine Idee, die nicht funktioniert, aber einen gesunden Witz beweist.

2.
Gut gemeint war auch das Versprechen, die Kriminalität in Hamburg innerhalb 100 Tage zu halbieren. Noch besser. Nach 100 Tagen entgegnet Herr Schill auf eine konstante Kriminalität: "Ich hab ja nicht gesagt, das wir das in den ersten 100 Tagen schaffen."

3.
Star-Designer Luigi Colani kleidet die Hamburger Polizei in blaue Uniformen. Die alten Uniformen waren ja auch wirklich nicht schön, jedoch uniform. Eine Uniform soll die Zugehörigkeit einer Person zu einer bestimmten Institution äußerlich kennzeichnen, so geschrieben im Meyers Taschenlexikon. So weit…so gut. Kann man einen Hamburger Polizisten den jetzt noch auf Anhieb erkennen?

Um eventuellen Peinlichkeiten vorzubeugen sollte man die Uniformen ausreichend kennzeichnen. Der Schriftzug »Polizei« muss eindeutig vergrößert werden. Aus Platzmangel kann gerne auf das ausgeschriebene Wort verzichtet werden. Ein großes »P« auf Vorder- und Rückseite der Uniform würde durchaus ausreichen. Mit dieser Maßnahme würde mit Sicherheit ein großes Verkehrschaos entstehen, aber die Bürger würden sich wieder »sicher« fühlen, da an jeder Ecke ein vermeintlicher Polizist wacht. Die Kriminalität würde an einem halben Tag um 100% abnehmen. Die Polizisten müssten sich nicht mehr für ihre trostlosen alten Uniformen schämen und auch die Identifikation mit einem Parkplatzschild sollte kein Problem sein. Parkplatzschilder sind informativ, wegweisend und überall präsent, sie haben nur keine Lobby.

Meine Hoffnung: Ein-Thema-Parteien zerbrechen schnell, aber bis dahin entstehen noch ein paar unterhaltsame Wortspiele wie: »Schill-Out« oder (mein Favorit) »schillernde Zeiten«!

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Wein, Weiber, Cha Cha Cha Die Friedensdemonstration hat es (so) nie gegeben!