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Frühlingsblumen

Neulich, an einem schönen Mittwoch nachmittag, lief ich so durch einen Park, schaute in diesen und jenen Mülleimer, an dem ich vorbeilief, und fand: Ein Magazin! Jetzt nicht was Sie denken! – So Irgendwas in der Art wie „Junge Polinnen wollüstig auf dem Arbeitsamt in Bad Betrich“. Nein. Es war das Magazin „W 12“. W steht für Wehrpflichtige, 12 für Monate.
So hat es mir zumindest mein Informant gesagt. Ups. Informant. Scheiße. Rausgerutscht. Natürlich werde ich seine Tarnung aufrecht erhalten und nie –auch wenn der Scharping mich foltert (er liest mir persönlich alle Märchen der Gebrüder Grimm vor und lässt dabei Volksmusik laufen)- würde ich den Namen meines Informanten nennen.
Da ich nichts besseres zu tun hatte, las ich in freudiger Erwartung ein bisschen in dem lustigen Magazin. Und was ich dort las und sah, übertraf meine kühnsten Erwartungen. In der Mitte dieses Heftchens war eine, zu großen Teilen nackte, geschminkte, junge Frau als zweiseitiges Poster drin. Sie fragen sich, welche Nachricht hier dem jungen, motivierten Wehrpflichtigen übermittelt werden soll? Nun, auch ich habe lange überlegt. Alles was ich intellektuell, philosophisch und gesellschaftspolitisch so drauf hatte, habe ich in die Deutung dieser Metapher gelegt. Die Antwort?
Wichsen. Hey Soldat, wichs Dir einen auf Staatskosten! Toll.
Aber damit nicht genug. Auf der Rückseite des Posters war ein Interview abgedruckt. Thema? Die junge Nackte. Unglaublich. Interviewpartner des W 12 Magazins war ein – na? – Richtig! Ein junger Soldat. Die Fragen und Antworten (ich gehe davon aus, dass beides unverfälscht abgedruckt wurde) gehören mit zum besten was ich je an Realsatire gelesen haben. Gesprochen hat der Kanonier Kastenholtz (Kanonier = Phallussymbol, Kasten-holtz = Holz vor dem Kasten/der Hütte, oh Freud, ich rufe Dich!).
Letztlich denke ich, dass ich als seriöser Schriftsteller und Kommentator, Sie nicht alleine mit diesem Highlight der menschlichen und schriftlichen Kultur alleine lassen sollte. Und meine moralische Aufgabe kann und muss es sein, Ihnen lieber Leser, die Zeilen zwischen den Zeilen zu präsentieren. Also gehe ich zurück in die 10. oder 11. Klasse Deutschunterricht und analysiere für Sie diesen unglaublichen Text.
„W 12: Hat Ilona für dich eine exotische Ausstrahlung?“ Hä, Hä das Fremdwort kennt der geile Idiot nie
„Kanonier Kastenholtz: Und ob!“ Scheiß Wort, aber so ähnlich wie Erotik, hab schon fünfmal toll gewichst bei dem Foto
„Ich würde Ilona nicht nur als hyperexotisch bezeichnen.“ Hyper, das sagt mein StUffz immer vor Arschloch wenn er mit mir schimpft: Kastenholtz, Sie hyper-Arschloch. Aber das wirkt sicher toll
„Für mich strahlt sich auch noch eine Menge Erotik aus.“
„W 12: Ein zweites mal möchte sie nicht hereinfallen hat uns Ilona verraten. Sie hatte eine feste Beziehung doch hat ihr damaliger Lebensgefährte im Freundskreis Sachen ausgeplaudert, die Ilona weh taten.“ Richtig weh tat Ihr natürlich der Analverkehr mit dem Chefredakteur ...
„Sie hat die Verbindung gelöst. So, mal schauen was er mit so vielen Sätzen anfängt, und eine Frage stellen wir auch nicht
- Desweiteren frage ich mich, ob der Interviewer vom Stil her heute nicht bei der Super-Illu arbeitet?
„Kanonier Kastenholtz: Kann ich verstehen. Auf der anderen Seite, wer würde nicht mit Ihr angeben, so wie sie aussieht. Aber trotzdem, man redet miteinander und nicht übereinander.“
„Kann ich verstehen“ Oh, ein Soldat, darf der nicht auch Gefühle haben? Ich meine, außer wenn er Teresa Orlowski „liest“ oder sein G 3 putzt. - Darf ein Soldat nicht auch menschliche Regungen in sich spüren? Doch. Doch, doch, mein lieber Kanonier Kastenholtz, er darf. „... wer würde nicht mit ihr angeben, so ....“ Zack, eben erleben wir einen emotionalen Moment in dem Kanonier Kastenholtz sein anderes Ich zeigt: „He, Schorsch die neue die ich gerade mit meinem Rohr hämmere, die hat Mords-Titten und blasen kann die...“
Doch gleich merkt Kanonier Kastenholtz diesen Faux Pax (ein wahrhaft vielschichtiges Wesen ist er doch) und setzt sofort zur Reparatur, ohne nachzulesen, des selbigen an und bildet, hoffentlich alleine ohne die Hilfe der Redaktion des W 12, einen Satz, der wahrhaft für die Nachwelt erhalten bleiben muss: „...man redet miteinander, und nicht übereinander“. Puh, so langsam denke ich, Kanstenholtz hat doch Realschule mit nur einmal sitzenbleiben geschafft.
Wie könnte das denn in einer Beziehung von Kastenholtz aussehen? Miteinander reden? Ich probiere es mal (rein hypothetisch versteht sich): K.K.: „Helga, los schieb deinen geilen Arsch an den Kühlschrank und bring mir mein Six-Pack. Fußball geht los!“ Helga: Geht nicht mein Schatz ich lerne für die Frisösen-Abschlussprüfung!“ K.K.: „Du blöde Sau, soll ich Dir erst eine reinballern oder bist Du auf dem Weg zum Kühlschrank!!!“ Helga: Ja, ja. Ich geh ja schon“. Tja, man muss miteinander reden, nicht übereinander.
„W 12: Ilona ist empfindlich“, denkt Kastenholz: vor allem an den Titten und an der Möse, scheiße warum hat die den Slip noch an?! Manches mal wirkt sie direkt abweisend. Wie würdest Du sie ansprechen?“ Ha, jetzt wird’s lustig....
„Kanonier Kastenholtz: Wenn ich sie im Urlaub träfe...“, Kasti, du alter Romantiker Ilona geht nicht nach Ballermann 6 „...würde ich sie erst mal unauffällig beobachten...“ Beobachten und zwar unauffällig, ts, ts, Kasti, man merkt du bist bei der Bundeswehr, aber ehrlich, sich in Mallorca im Strand einbuddeln wenn man blau ist wirkt irgendwie scheiße. „....ihre Reaktionen kennen lernen und so herauszufinden versuchen, was sie mag und was nicht.“ Wie könnte das aussehen, wenn Kasti versucht etwas herauszufinden? Dezent, geschickt, pragmatisch? Ich probier`s noch mal: „Hallo Kleine, hast Du Lust mit mir zu ficken?“. „Ansprechen würde ich sie erst wenn ich sicher wäre, wie ich es anstellen muss um keinen Korb zu bekommen.“ Na Kasti, schläfst noch schlecht von den letzten 20 Körben?
„W 12: Wir verraten dir etwas“ Du kleiner Dummi . „Ilona ist ungeheuer romantisch veranlagt. Sie mag Blumen und all das...“ was meinen die jetzt um alles in der Welt mit all das? Präservative, Gleitcreme, spanische Fliege oder was? „...was Kavaliere...“ Kavalier, kommt das von Kavallerie ? „...die es ehrlich meinen, sonst noch an guten Einfällen zu bieten haben.“
„Kanonier Kastenholtz: Okay. Ich bin Kavalier.“ Ach Kasti, du bist ein armes Schwein. „...Ich habe in der Schule Tanzstunden gehabt...“ In der Schule Tanzstunden??? „...und ich weiß welche Blumen ich ihr mitbringen würde.“ Tanzstunde - Auswahl von Blumensorten? Kasti, wie korreliert denn das jetzt? Außerdem Soldat, wer hat nach Ihrem scheiß Tanzunterricht gefragt? „Auf keinen Fall rote Rosen. Eher schlichte, aber natürliche...“ NATÜRLICH, SCHLICHT?! Kasti, sag mir doch mal ein paar un-NATÜRLICHE, un-SCHLICHTE Blumen: „... bunte Frühlingsblumen. Ich bin sicher, sie würde sie mögen.“
Tja, das war’s.
Ich bin sicher, wir mögen Dich Kasti.
Mach’s gut.
Ach, beim weiteren Durchbättern des Magazins fand ich folgendes lustiges Foto. Kann es sein?
Kann es sein, dass unser Kanonier da drauf ist? Raten sie doch mit!

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Ein Brief von George W. Bushs unehelichen Sohn Gebühren für Verblödung ?