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Abgezockt

Es ist ein warmer, sonniger Sommertag. In einem lichtdurchfluteten Hinterhof spielen drei Jugendliche Fußball. Etwas abseits davon steht ein kleiner Knirps, nennen wir ihn Klaus-Peter. Traurig schaut er den Großen beim Kicken zu. Gern würde er mitspielen, doch seine Standesunterschiede verbieten es ihm; nie würden die Großen freiwillig etwas mit den Kleinen teilen. Aber ganz schicksalhaft soll die Stunde unseres kleinen Klaus-Peter noch schlagen und das sogar schon bald. Denn wie so häufig im Eifer des Spiels, tritt einer den Ball zu fest und schon fliegt der in hohem Bogen über das verschlossene Tor auf das benachbarte Grundstück - direkt vor die Schnauze eines knurrenden, Zähne fletschenden Rottweilers.
Nun ist guter Rat teuer, denn die großen Kicker zeigen plötzlich gehörigen Respekt vor dem aggressiven Vierbeiner. Aber siehe da, ehrerbietig tritt Klaus-Peter heran und offeriert mutig seine Dienste. Doch er ist auch nicht dumm, unser Klaus-Peter, und weiß, wie teuer guter Rat ist. Also lässt er sich im Voraus von den älteren Jungen für seine Hilfe bezahlen.
Sodann klettert er wagemutig über das hohe verschlossene Tor und behält dabei stets das knurrende braune Ungetüm im Auge. Im Nachbargrundstück angekommen kriecht er auf allen Vieren Zentimeter für Zentimeter nach vorn. Er hat alle seine Muskeln angespannt, um im Ernstfall so schnell er nur kann zum Tor zurückzusprinten. Auge in Auge befindet er sich mit dem knurrenden Rottweiler. Der fixiert ihn, lässt keine der Bewegungen von Klaus-Peter unbeobachtet. Für die letzten Zentimeter bewegen sich nur noch Klaus-Peters Fingerspitzen auf dem heißen Asphalt vorwärts. Dann packt er zu und hat den Ball. Stolz wirft er ihn über das Tor zurück. Die drei Kicker setzen ihr Spiel frohgemut fort, kümmern sich aber nicht mehr um ihren kleinen Gehilfen. Und so verpassen sie, wie Klaus-Peter lässig aufsteht, seinem Hund freundschaftlich auf die Seite klopft und ihn an die Leine nimmt. Während der Knirps mit seinem Rottweiler davonwackelt, fragt eine geheimnisvolle Stimme aus dem Off: "Was wird mal aus ihm werden? - Unser Kunde? - Oder ihr Berater?"

Viele werden diesen Werbespot kennen, läuft er doch ausgerechnet jetzt im Fernsehen. Doch er startete bereits letztes Jahr und kaum einer hat ihn begriffen oder ist damals stutzig geworden. Tja, selbst Schuld; nun ist es zu spät. Denn Klaus-Peter ist weder Kunde noch Berater geworden, nein, er wurde Vorstandsmitglied der Commerzbank und zieht nicht nur ahnungslosen Kunden das Geld aus der Tasche, sondern stopft sich auch die Betriebsrenten seiner Mitarbeiter auf das eigene pralle und abgesicherte Konto.

Commerzbank! Ideen nach vorn!

Sicherheitshinweis, der beim Betreten der Commerzbank-Homepage erscheint (kein Fake!):

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Lady P