Die politische Karriere (Teil 4)
[August 2001]
(4- Der Wechsel)
Selbst bei den GRÜNEN löste dieser Schritt Befremden aus. Was die politischen Überzeugungen betraf, war er für viele ein unmachbarer, und doch bewies ihnen Trumblbrühl das Gegenteil. Allerdings nur in seinen Geheimen Aufzeichnungen, die erst 2008 publik wurden.
Meine Geheimen Aufzeichnungen, 2003:
'So, jetzt wo ich eine bisschen von dem Wein da vorn getrunken haben soll, werde ich euch jetzt die Wahrheit sagen, klar? Was zur Höhle haben diese kleinen Wurmfortsätze eigentlich zu sagen? Überzoigungen sagen Sie, diese Wurmfortsätze! Überzoigung, als ob.. Also, da werde ich Sie fragen, wo Sie denn jetzt eigentlich den Unterschied sehen noch zwischen den Parteien? Wo??? Als obs da irgendwelche Unterschiede gebe, lächerlich!? In dem wo was sie wie machen, hä? 2000 erklärte ein SPD-Bundeskanzler Arbeitslose für 'Sozialschmarotzer' und die GRÜNEN befürworteten Auslandseinsätze der Bundeswehr. Wenn das kein Humor ist! Überzoigung ist das, ganz klar! Der Grund dafür ist, dass Banken und internationale Konzerne die Wichtel längst gekauft haben - denn ehrlich: wir sind gut bezahltes Personal. Wir sind doch national gewählt, die sind aber viel weiter... internationaler wie die sind, und sie bauen Paläste, schöne große neue Paläste. Meine Güte, wie wenig wir sehen, was wir nicht sehen wollen! Wir spielen 'Des Kaisers neue Kleider' - und ihre Paläste sind die Schlösser des neuen feudalen Systems, die wo die überall bauen, Marmor, Prunk und Mammon, Banken und Konzerne, ... und ich will der neue oberste Palastdiener sein... ich will auch rein... ich will Bundeskanzler werden... und wenn die Stimmung ein wenig langweilig ist, und sie es oben mir gestatten, hätt ich auch mal wieder ganz gern einen kleinen Krieg gegen irgendwen aus irgendeinem Grund.
(Ende der Geheimen Aufzeichnungen der späteren obersten Führungskraft).
Nach dem Wechsel zu den GRÜNEN trat Trumblbrühl der Koalitionsregierung bei, als Verteidigungsminister, woraufhin er gefragt wurde, wie das mit seinen Aussagen vor der Wahl vereinbar sei. Zur Erinnerung: Trumblbrühls Aufstieg bei den Grünen war erst möglich gewesen durch seine radikal-pazifistischen Äußerungen, durch die er der Parteibasis die Hoffnung ermöglichte, wieder ein eigenständiges Profil zu erlangen... So hatte er gesagt: Militärische Gewalt, welcher Art auch immer, müsse auf das Äußerste vermieden werden... gerade durch die Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben wolle er einer Partei vorstehen, die nach echt christlichen Grundsätzen agiere... und Jesus hätte schließlich die Wange hingehalten und so weiter.
Nach der Vereidigung als Verteidigungsminister 2004 erklärte Trumblbrühl, nach dem Beschluss, deutsche Truppen ins Ausland zu senden, er stehe selbstverständlich nach wie vor zu seinen Grundsätzen... Gewalt müsse absolut vermieden werden, - außer bei militärischen, politischen, religiösen, kulturellen oder persönlichen Gegnern.
Wer das Bombardieren von Städten in anderen Ländern bislang erstens für einen Angriff und zweitens für eine militärische Aktion gehalten hatte, wurde von Trumblbrühl eines Besseren belehrt. Das Bombardieren wäre nämlich in Wirklichkeit ein Sich-verteidigen (und zwar halt ausnahmsweise, indem wir angreifen); und zweitens wäre es nichts anderes als Real-Pazifismus, Bösewichter zu bombardieren.
Das Bombardieren ausländischer Städte ist also nichts anderes als eine... militär-pazifistische Verteidigung durch Angriff.
Die Kritiker schwiegen daraufhin.