Herbst pflegt Männer schön
Leserinnen und Leser der Satirezeitung wissen es schon längst, doch nun ist die internationale Presse, hier sei exemplarisch der "Stadtanzeiger" aus Dortmund genannt, hinter das Erfolgsgeheimnis der Herbst-Redaktion gekommen:
Herbst lesen wirkt sich äußerst positiv auf die Attraktivität aus!
Nicht nur, dass sich die Autoren des Herbstes vor Heiratsanträgen nicht mehr retten können, - das Ausscheiden aus dem illustren Kreis der Ledigen des Chefredakteurs Heiner H. aus F. ist nur ein Beispiel von vielen - , nein , auch das Balzverhalten der unzähligen Fans bei öffentlichen Lesungen einzelner Teammitglieder zeigt, wie enorm der Sex-Appeal, auch der männlichen Satiriker, sich seit Erscheinen der Printausgabe gesteigert hat.
Das Foto zeigt den anonymen Herbst-Leser bei einer Frischzellenkur, bei der ihm zuerst eine dünne Schicht Papierleim aufgetragen wird.
Dann opfert die versierte Visagistin ein druckfrisches Exemplar der Herbst-Printausgabe, um daraus eine atmungsaktive Maske zu formen.
"Am besten eignet sich dazu das Titelblatt", so die Visagistin Hedda P., nebenberuflich Chefsekretärin der Herbstredaktion.
"Seitdem der Herbst im Abo erscheint und ich diese Kur in Anspruch nehme, ist meine Haut nicht nur glatter, sondern auch straffer", so der begeisterte Herbstleser, "es müssen die Hormone sein, die in jedem Heft stecken."
Tatsächlich sieht man dem agilen sportlichen Mann die fünfundsechzig Jahre überhaupt nicht an.
Schon nach zirka drei Stunden kann das Titelblatt des Herbstes entfernt werden und der anonyme Herbstleser schnellt aus dem Behandlungsstuhl.
"Wir müssen unbedingt noch was trinken", ruft er mir zu und etwas später sitzen wir in einem Studentencafé um die Ecke.
Das Café ist gerammelt voll; hübsche Studentinnen umringen in Scharen unseren Tisch, wollen seinen Namen wissen, seine Handynummer, ein Kind von ihm.
Er lächelt, trinkt in aller Ruhe seinen Kaffee und lächelt mich glücklich über den Rand seiner Tasse an.
Ja, der Herbst pflegt Männer eben schön.