Heißa!
Endlich klettern die Temperaturen wieder auf subtropische Werte, die Kleidung wird spärlicher und die Badehose, wo ist eigentlich die Badehose?
Heißa heißt's, der Sommer hat begonnen, die Menschen zieh'n sich aus!
Nackte Haut, wo man hinschaut; auch da, wo man nicht hinschauen möchte, es aber doch tut.
Man ist schließlich gut erzogen.
Krebsrote Sonnenfanatiker schwitzen einem schon in der Straßenbahn entgegen, man selbst schwitzt auch, das fördert den zwischenmenschlichen Kontakt.
Das Deodorant, das jetzt nicht versagt, ist noch nicht erfunden und so riecht es in der überfüllten Bahn wie in einer Otterhöhle, wohl dem, dessen Riechorgan allergiebedingt außer Betrieb ist.
Sommer, da kann der Mensch wieder Mensch sein und das in aller Natürlichkeit.
Männer kultivieren westeuropäischen Zehenkult; schneidig bohren sich die gelblichen Nägel durch die gräuliche Tennissocke, dank der Öko-Sandale mit Fußbett rundum belüftet.
Der deutsche Mann weiß, wahre Schönheit kommt von innen, sie wächst aus sich heraus und offenbart sich dem kundigen Betrachter, trotz Fußpilzes im ökologischen Eigenanbau, als allgemeines Kulturgut.
So erkennt der sachkundige Reisende den Landsmann schon beim ersten Blick auf die eingewachsenen Zehennägel.