Autoren I Autoren II Texte nach Themen Satiren in Bildern Kontakt Frankfurter Magazin
Startseite Autoren I Heiner Hänsel

Autoren I


Heiner Hänsel Rüdiger Schneider Robert Reitz Lothar Oels Thomas Nast Oliver Gaspirtz Beate Mayer Anant Kumar Horst Evers Sören Gütschow Ralf Kessler Gitta Klaßen Hedda Plecher Bodo Wenzlaff Helmut Pöll Katharina Kurz Guido Heyn Jon Martina Leach Erwin Grab Wolfgang Klein Jörg Schwedler Jochen Gerken Robert Rödel Guido Seifert



Interview mit HERBST-Chefredakteur Heiner...

Interview mit HERBST-Chefredakteur Heiner Hänsel über seinen Absturz in die Drogensucht, sein neues Buch "Remix 2 1/2" und Benjamin von Stuckrad-Barre


HERBST: Heiner, im Herbst erscheint dein neues Buch Dummwertspeicher der Prollgesellschaft Remix 2 ½ - 3 Texte über BvSB und jede Menge anderes Zeugs.
Was erwartet den Leser?

Heiner Hänsel: Drei Texte über Benjamin von Stuckrad-Barre und jede Menge anderes Zeugs.

HERBST: Heiner, du warst in drei verschiedenen Kliniken in Behandlung. Wegen Essstörungen und Kokainsucht.

HH: Ja. Ich war einfach total fertig. Manchmal habe ich mich nachts hingesetzt und habe bei Google die Stichwörter "Hänsel" und "Arschloch" eingegeben. Da findet man einiges…

HERBST: Wie viele Treffer hat Google denn angezeigt?

HH: Ganze fünf! – Alle auf Webseiten meiner Familie.

HERBST: Das ist natürlich traurig…

HH: Warum? - Das Schlimme war doch, dass ich danach bei Google eingegeben habe "Heiner Hänsel ist ein toller Hecht". Da zeigte Google dann 75.000 Treffer an. DAS war schlimm. Ich habe sie alle verklagt…

HERBST: Wie kamst du zum Kokain?

HH: Eines Abends, es war nach einer Lesung bei der wieder so verdammt viele Groupies mit mir Sex haben wollten, saß ich einsam und allein im Hotelzimmer. Irgendwann kam dann Kollege Robert Reitz vorbei. Er hatte zufällig ein Kilo Kokain gefunden. Das probierten wir dann mal vorsichtig.

HERBST: Na, das reichte ja erst mal…

HH: ...bis zum nächsten Morgen , ja.

HERBST: Am nächsten Morgen war alles weg?

HH: Ja, und die Sucht hatte uns in Ihren Fängen. Was dann kam war sehr unschön… wir brauchten Geld für mehr Koks und es begann die Beschaffungskriminalität. Es war furchtbar. Robert heuerte bei einem großen Konzern als Topmanager an. – Seine Aufgabe war es, Leute zu entlassen, damit die Aktionäre und der Vorstand reicher wurden. Und ich… ich bewarb mich bei… (schluchzt)

HERBST: Wo hast du dich beworben Heiner, wo? Komm, sag es uns, es muss doch raus.

HH: …bei… bei… bei der Deutschen Bank.

HERBST: Das ist ja wirklich widerlich. Gab es denn keine Alternativen für euch? Es gibt doch so viele ehrliche und seriöse Jobs wie Stricher, Zuhälter oder auch Bankräuber.

HH: Wir waren einfach zu schnell zu tief gerutscht. Gott sei Dank hat mir aber Udo Lindenberg aus der Drogensucht geholfen.

HERBST: Wie das?

HH: Rüdiger Schneider besuchte mich in der Klinik und brachte seine alte Udo-Lindenberg-Plattensammlung mit. Er drohte mir, dass er mir jeden Tag vier Stunden lang den Udo vorspielt wenn ich nicht sofort aufhöre zu koksen. Ich war innerhalb von 24 Stunden clean.

HERBST: Und was wurde aus Robert Reitz?

HH: Als ich aus der Klinik entlassen wurde, wartete er schon draußen auf mich und gestand mir, dass alles nur ein SCHERZ gewesen sei. Das Kokain war in Wirklichkeit Traubenzucker. Er wollte, dass ich auch mal was ERLEBE.

HERBST: Und deine Essstörung, die Bulimie?

HH: Es war ja so, dass meine Chefsekretärin Frau Plecher, dreimal am Tag in der Redaktion für mich kochte. Irgendwann war sie dann mal krank. Um trotzdem schnell und billig was zu Essen zu bekommen, ging ich dann halt zur Obdachlosenhilfe der Caritas…

HERBST: Und dort hast du dann die vielen armen, ausgemergelten Obdachlosen gesehen, was dir so auf die Psyche geschlagen ist, dass du danach deine Mahlzeiten nie mehr in dir behalten konntest?!

HH: Äh… eigentlich war es ein wenig anders… Dort habe ich zum erstenmal gemerkt, dass Essen auch GUT SCHMECKEN kann. – Ich stellte fest, dass Frau Plecher irgendwie nicht soooo gut kochen kann und dass ich gar keine Bulimie hatte sondern nur… äh… ähnliche Symptome…

HERBST: Keine richtige Drogensucht? Keine korrekte Bulimie? Kann es sein, dass du dich nur ein bisschen wichtig machen wolltest um ein wenig Marketing für dein neues Buch zu machen?

HH (blickt betreten zu Boden): Menno, das machen andere doch auch.

HERBST: Der Titel deines Buches erinnert auffällig an das neue Buch von Benjamin von Stuckrad-Barre: "Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft Remix 2".

HH: Eigentlich sollte mein Buch ja auch heißen "Wie remixe ich ein Soloalbum".

HERBST: Aber das hast du doch auch bei BvSB abgekupfert. – Und deine Marketing-Lebenskrise scheint mir ja auch abgeguckt.

HH: Na ja. - Aber dafür sind in meinem Buch nur schlechte, uralte und überhaupt nicht mehr aktuelle Texte zu finden.

HERBST: Ja aber, bei Stuckrad-Barre doch auch!

HH: Scheiße, verloren.

HERBST: Noch eine letzte Frage. Du hattest ja ein Liebesverhältnis mit dieser Showgröße, welche die Late Night…

HH: Das stimmt nicht! Ich habe Harald Schmidt niemals angefasst!

HERBST: Heiner, wir danken dir für das Gespräch…

Dummwertspeicher der Prollgesellschaft Remix 2 ½ - Drei Texte über BvSB und jede Menge anderes Zeugs erscheint voraussichtlich im Oktober 2004.

Druckbare Version

Der Chefredakteur klärt auf: Ich war der G-Spot... Das Phänomen Fleischereifachverkäuferin