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Mein Auto und ich

(Nicht gewidmet: den Fußgängern, den Radfahrern, den Rollerfahrern, den Bergsteigern, den Langstreckenschwimmern, den Kurzstreckenläufern,...)

Jedes Mal erfreut es mich, wenn ich es wiederfinde. Das ist doch schon was. Meine Weitwanderungen finden nun mal in Tiefgaragen statt, die sind schön eben und relativ kühl bei der Hitze, und der Gruseleffekt! Dringend abraten will ich von der erweiterten Suche eigentlich nur in fremden Städten, am besten gleich beim Aussteigen eine Ansichtskarte aus und über der/die direkte/n (na was jetzt?) Umgebung mitgehen lassen.

Ich kann damit fahren. Nicht nur auf Straßen und Gassen, Plätzen und Ringen, nein – alle schön planierten oder irgendwie ebenen Flächen eignen sich hervorragend. Unvergesslich ist mir ein Rückweg aus der Steppe rund um den Neusiedler See, einziger Orientierungspunkt war ein Silo, einziger Mensch, der mir innerhalb einer Stunde begegnete, war ein verdatterter Bauer, der mir diesen extra zeigte. Noch einprägsamer war ein Kurzaufenthalt meinerseits auf einem Flughafen. Aber auf der Piste, bitteschön. Wer mich da hinein fahren ließ, sei verschwiegen, aber ich fand und fand nicht hinaus. Flugzeuge können sehr einschüchternd wirken. Aber ich weiß jetzt, wo ich beim nächsten Terroranschlag mit der Planung starten könnte. Wiederum völlig abraten möchte ich von Gleiskörpern. Wenn Sie sonst auch nicht zum Geisterfahren neigen, wird es da manchmal recht eng, sofern sich keine Fahrbahn daneben befindet.

Man kann das Vehikel putzen! Das macht auch viel mehr Spaß als in den eigenen vier Wänden für Ordnung zu sorgen, so ein Pläuschchen auf der Tankstelle, ein bisschen herumturnen mit Minirock und Staubsauger und schon ist der Abend gerettet! Für Gemeinschaftserlebnisse aller Art gibt es dort auch vollautomatische Waschstraßen mit garantiertem Sichtschutz. Ein paar Minuten dauert das schon!

Und als Krönung: Ich widme mich bei Staus oder längeren Fahren in selten pädagogisch wertvoller Weise meinem Kind. Damit meine ich natürlich nicht, ihm alle mir bekannten Schimpfwörter objektorientiert beizubringen oder das Recht der Stärkeren zu illustrieren. Ich denke da an Zeit zum Spielen , die sich ganz von selbst ergibt. Entweder trainiere ich mein Erinnerungsvermögen ( – was hat er bloß vor 17 Kilometern Rotes gesehen?) oder werde mir meiner Bildungslücken schmerzlich bewusst. Gerade heute stand ich wieder völlig an, als er es mir beim Tiere erraten wirklich schon recht leicht machen wollte ( – Lebensraum Wasser, sehr klein, kann aber nicht schwimmen –) oder gibt es außer mir noch mehr Ignoranten, die den Mangrovenschlammspringer nicht kennen?

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Einsam? Wider das Telefonieren